OpenAI wirft ehemaligem Mitarbeiter vor, Produktdateien an Apple weitergegeben zu haben
OpenAI behauptet, ein früherer Mitarbeiter habe vor seinem Wechsel zu Apple mehr als 100 Dateien zu Produktplänen mitgenommen und der Apple-Führung präsentiert, was den Streit um Betriebsgeheimnisse verschärft.

OpenAI erhob am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, in einer Gerichtsakte den Vorwurf, ein ehemaliger Mitarbeiter habe vor dem Wechsel zu Apple mehr als 100 Dateien zu den Produktplänen des Unternehmens mitgenommen. Laut der Akte leitete die namentlich nicht genannte Person das Material auf ein privates Konto weiter und präsentierte es später der Apple-Führung.
OpenAI zufolge gehörte zum Publikum dieser Präsentation auch der Vizepräsident für Operations in Asien bei Apple. Das Unternehmen behauptet, die Dateien enthielten Bilder mindestens eines noch nicht veröffentlichten Geräts sowie Angaben zu Zulieferern, technische Daten, Projektdateien und Standards für die optische Oberflächengestaltung. Außerdem seien darin Berichte darüber enthalten, wie Hardwarekomponenten beschichtet und versiegelt werden.
Verweis auf HomeView
OpenAI zieht eine Verbindung zwischen der mutmaßlichen Präsentation und Apples smartem Display HomeView sowie den anderen Geräten, die Apple in dieser Woche vorgestellt hat. Das Unternehmen argumentiert, die Präsentation sei offenbar schon vor Monaten erfolgt, und Apple treibe mit diesem Wissen nun die Entwicklung KI-gestützter Produkte weiter voran. Zur Untermauerung verweist OpenAI auf Apples eigene Produktankündigung und einen Zeitungsbericht über die Neuvorstellungen.
Diese Verbindung dürfte sich nur schwer belegen lassen. Apple plant Produkte üblicherweise jahrelang im Voraus, und ein smartes Display des Konzerns war seit Langem Gegenstand von Gerüchten. Apple reagierte auf Anfragen zu den Vorwürfen zunächst nicht.
Ein Streit in beide Richtungen
Die Eingabe ist Teil eines laufenden Verfahrens um Betriebsgeheimnisse zwischen beiden Unternehmen. Apple wirft OpenAI vor, vertrauliche Dokumente gestohlen und Hardware-Prototypen ausspioniert zu haben, um eigene Geräte zu entwickeln. Mit dieser Eingabe geht OpenAI nun selbst in die Offensive.
OpenAI zeigt sich nach eigenen Angaben stark besorgt, dass vertrauliche Arbeitsergebnisse innerhalb von Apple zirkulieren, wo Ingenieure sie bei der Gestaltung kommender Produkte nutzen könnten. Keine der Behauptungen beider Seiten ist bislang vor Gericht bewiesen.
Der Konflikt fällt in eine Zeit, in der KI-Entwickler in Consumer-Hardware vordringen und OpenAI und Apple damit direkt zu Konkurrenten werden. Er verdeutlicht die wachsenden Spannungen rund um den Arbeitgeberwechsel von Ingenieuren und die Frage, wie Unternehmen sensible Konstruktions- und Lieferkettendaten schützen.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Starten Sie die Diskussion oder stellen Sie eine Frage.
Ähnliche Meldungen
Aktualisierte Genehmigungen des chinesischen Industrieministeriums führen Alibabas Qwen und Tongyi Wanxiang neben Apple Intelligence für das iPhone Duo, das iPhone 18 Pro und ältere Modelle auf.
US-Staatsanwälte haben Abdulrahman Alfozan, 35, angeklagt, in einem Konferenzraum der Führungsebene in OpenAIs Büro in San Francisco heimlich einen verdeckten Audiorekorder installiert zu haben.

