Caine-Preisträger Simbarashe Kundizeza bestreitet KI-Einsatz beim Schreiben seiner Geschichte
Der simbabwische Autor Simbarashe Kundizeza weist Vorwürfe zurück, seine preisgekrönte Erzählung „The Blue Fighter“ sei KI-generiert. Der Caine-Preis prüft die Anschuldigungen.
Der simbabwische Autor Simbarashe Kundizeza hat den Vorwurf zurückgewiesen, er habe für „The Blue Fighter“ künstliche Intelligenz zu Hilfe genommen. Die Kurzgeschichte war am 6. Oktober 2026 als Gewinnerin des Caine-Preises für afrikanische Autorinnen und Autoren ausgezeichnet worden. Die Anschuldigung stammt aus einem Beitrag der Autorin und Journalistin Vauhini Vara, der am 11. Oktober 2026 im Magazin The Atlantic erschien.
Vara schrieb, sie habe die Geschichte in Pangram eingegeben, ein KI-Erkennungswerkzeug, das selbst auf KI basiert. Das Tool habe nahezu den gesamten Text als maschinell erzeugt eingestuft. Einzige Ausnahme sei ein Motto gewesen, das einem unveröffentlichten Gedicht der südafrikanischen Schriftstellerin Vangile Gantsho zugeschrieben wird. Zudem argumentierte sie, der Prosastil weise Merkmale auf, die sie mit KI-Texten verbinde, darunter Konstruktionen wie „nicht x, sondern y“, eine starke Metaphernlastigkeit und abgegriffene Aphorismen.
In einer auf X veröffentlichten Stellungnahme beharrte Kundizeza darauf, das Werk stamme allein von ihm. „Ich habe keine generative KI benutzt, um es zu schreiben“, sagte er. Zudem widersprach er Vameans Vergleich mit einer seiner Geschichten aus dem Jahr 2021, die sie in Ton und Stil als anders beschrieben hatte. Autorinnen und Autoren könnten über verschiedene Genres hinweg arbeiten und sich über fünf oder mehr Jahre deutlich verbessern, argumentierte er.
Jury-Vorsitzende stellt Erkennungstools infrage
Der Caine-Preis teilte mit, die Vorwürfe zu prüfen und dabei einen menschenzentrierten Prozess zu verfolgen, der die Autorin bzw. den Autor unterstützt. Die Vorsitzende Ellah Wakatama erklärte gegenüber der Sendung Front Row der BBC, sie lehne KI nicht grundsätzlich ab, widerspreche aber dem Einsatz von Erkennungssoftware als letzter Instanz. Sie warf The Atlantic vor, den Preisträger ohne ordentliche Recherche als Betrüger hingestellt zu haben. Außerdem wolle sie nicht, dass Autorinnen und Autoren, insbesondere Schwarze Autorinnen und Autoren, als Testfeld für eine Technologie dienten, die sie als noch unausgereift bezeichnete.
Vara verwies auf Pangram-eigene Untersuchungen, wonach Fehlalarme selten seien, auch bei Menschen, deren Muttersprache nicht Englisch ist. Zudem nannte sie einen begutachteten Fachaufsatz, der das Tool bei simulierten akademischen Texten als sehr genau einstufte. Gegenüber der BBC räumte sie jedoch ein, dass unabhängige Untersuchungen zur Treffsicherheit solcher Detektoren noch relativ rar sind.
Ein Muster des Misstrauens
Der Streit reiht sich in mehrere ähnliche Kontroversen ein. Im Juli gewann die trinidadische Schriftstellerin Jamir Nazir den Kurzgeschichtenpreis der Commonwealth Foundation für „The Serpent in the Grove“, obwohl Kritikerinnen und Kritiker in sozialen Medien Anzeichen für KI-Autorschaft erkannt haben wollten. Im September wurde der Roman „C'était Ça Ou Mourir“ des kanadisch-haitianischen Autors Thélyson Orélien von der Longlist des französischen Prix Goncourt gestrichen, nachdem ein anonymes Online-Konto behauptet hatte, er sei weitgehend KI-geschrieben.
Der Fall verschärft eine wachsende Debatte darüber, wie weit literarische Institutionen automatisierten Detektoren vertrauen sollten, und darüber, welchen Reputationsschaden Autorinnen und Autoren erleiden, wenn solche Werkzeuge für öffentliche Anschuldigungen genutzt werden. Der Caine-Preis hat das Ergebnis seiner Prüfung noch nicht bekanntgegeben.
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