US-Heimatschutzministerium verbietet DeepSeek-KI in zivilen Bundesbehörden
Das Heimatschutzministerium hat die KI des chinesischen Unternehmens DeepSeek sowie damit entwickelte Werkzeuge für zivile Regierungsbehörden untersagt. Das Verbot gilt seit Ende Juli.

Das US-Heimatschutzministerium (DHS) hat zivilen Regierungsbehörden untersagt, künstliche Intelligenz des chinesischen Unternehmens DeepSeek sowie Werkzeuge zu nutzen, die mithilfe von dessen Modellen entwickelt wurden. Die Anordnung wurde am Montag, dem 19. Oktober 2026, öffentlich gemacht, gilt aber bereits seit Ende Juli.
Die Einschränkung betrifft zivile Stellen wie das Finanzministerium, das Außenministerium und das Justizministerium. Behörden unter dem Verteidigungsministerium sind davon ausgenommen. In der Mitteilung des DHS wurden die konkreten Sicherheitsbedenken hinter der Entscheidung nicht genannt. Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe hatten sich das DHS, DeepSeek und die chinesische Botschaft in Washington noch nicht geäußert.
Wachsende Kritik aus Washington
Der Schritt folgt auf eine Reihe von Vorwürfen gegen chinesische KI-Entwickler, die von der Trump-Regierung und von US-Unternehmen erhoben wurden. Der für Technologie zuständige Beauftragte des Weißen Hauses, Michael Kratsios, schrieb in diesem Jahr in einem internen Memo, US-KI-Firmen seien einer "böswilligen Ausnutzung" ausgesetzt, vor allem durch chinesische Konkurrenten. Anthropic und OpenAI, die beide in den kommenden Monaten an die Börse gehen sollen, werfen einigen chinesischen Firmen, darunter DeepSeek, vor, ihre Modelle faktisch kopiert zu haben. Präsident Donald Trump stellt China als Amerikas wichtigsten Rivalen im Bereich KI dar.
Da seine Modelle quelloffen, frei zugänglich und günstig im Betrieb sind, ist DeepSeek im globalen KI-Wettlauf zu einem disruptiven Akteur geworden. Die Nachfrage war seit dem Durchbruch im Jahr 2025 so groß, dass die Server des Unternehmens gelegentlich ausfielen. Der kostenlose Chatbot gehört zu den meistheruntergeladenen Apps im App Store von Apple.
In amerikanische Produkte eingebettet
Die Modelle von DeepSeek sind auch in kommerzielle Angebote aus den USA eingebunden: Snowflake, Vercel und OpenRouter stellen sie ihren Kunden zur Verfügung. Start-ups bevorzugen die Modelle, weil die Entwicklung damit nur einen Bruchteil der Kosten geschlossener Alternativen wie Googles Gemini, Anthropics Claude oder OpenAIs Codex verursacht. DeepSeek erklärte 2025, das Training seines ersten Modells habe etwa 6 Millionen Dollar gekostet, verglichen mit rund 100 Millionen Dollar für OpenAIs GPT-4. Diese Angabe löste einen deutlichen Ausverkauf bei Technologieaktien aus.
Das Unternehmen veröffentlichte sein neuestes Modell Anfang Oktober 2026, und Nutzer behaupten online, es übertreffe OpenAIs fortschrittlichste Werkzeuge bei alltäglichen Aufgaben wie dem Programmieren. Das Regierungsverbot ist einer der deutlichsten Schritte bislang, mit denen Washington chinesische KI aus den Bundessystemen fernhalten will.
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