Microsoft-Chef Brad Smith: KI wird weniger streng reguliert als Milch
Microsoft-Präsident Brad Smith fordert dringend globale KI-Sicherheitsregeln und schlägt Notbremsen, verpflichtende Vorfallmeldungen und unabhängige Prüfungen vor Markteinführung vor.

Microsoft-Vizevorsitzender und Präsident Brad Smith argumentiert, dass eine Milchtüte im Supermarktregal oder eine Waschmaschine im Haushalt strengeren Sicherheitsvorschriften unterliegen als künstliche Intelligenz. In der Sendung "Big Boss Interview" des BBC-Podcasts, deren Aussagen am 12. Oktober 2026 veröffentlicht wurden, forderte Smith eine zügige Regelsetzung auf globaler Ebene.
Smith bezeichnete KI sowohl als Werkzeug als auch als Waffe und sagte, Regierungen sollten ohne Verzögerung handeln, um dem Risiko zu begegnen, dass sich die Technologie der menschlichen Kontrolle entzieht. Alltägliche Konsumgüter durchlaufen seiner Ansicht nach strenge Sicherheitsprüfungen, während für KI-Systeme ein vergleichbarer Rahmen fehlt.
Notbremsen und unabhängige Tests
Im Mittelpunkt seiner Vorschläge stehen sogenannte Kill-Switches. Smith sagte, Unternehmen sollten verpflichtet werden, Notbremsen einzubauen, mit denen ein außer Kontrolle geratenes KI-System angehalten oder verlangsamt werden kann.
Außerdem schlug er eine gesetzliche Pflicht vor, Betroffene zu informieren, wenn ein böswilliger oder außer Kontrolle geratener KI-Agent in ihre Systeme eindringt. Eine weitere Maßnahme würde verlangen, dass neue KI-Modelle vor ihrer Markteinführung von unabhängigen staatlichen Prüfern gründlich bewertet werden.
Smith wies darauf hin, dass sich eine solche Aufsicht bei anderen Konsumprodukten seit vielen Jahren bewährt habe, und sagte, diese Erfahrung solle nun auf KI übertragen werden.
Verweis auf Unterstützung aus der Branche
Smith sagte, führende Entwickler wie Anthropic, OpenAI und Google DeepMind hätten ebenfalls Unterstützung für die Idee einer kontrollierten Entwicklung signalisiert, was seiner Ansicht nach ein Grund sei, den Regulierungsprozess sofort zu beginnen. Wie diese Unternehmen die von ihm skizzierten konkreten Regeln bewerten, führte er nicht aus.
Microsoft ist einer der größten Partner von OpenAI und ein zentraler Akteur im KI-Wettlauf, weshalb der Appell seines Präsidenten für strengere Aufsicht bemerkenswert ist. Die Äußerungen reihen sich in die laufende internationale Debatte darüber ein, ob und wie schnell Regierungen verbindliche Sicherheitsanforderungen für fortschrittliche KI festlegen sollten.
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